1.1.2026 sind wir in Trondheim, auf dem Weg zu den Lofoten.
Gestern haben wir Trondheim bei Nacht (15:00 Uhr) gesehen und den Silvester erlebt. Heute besuchen wir das Städtchen in den Vormittagsstunden nochmal. Es weht ein eisiger Wind. Und es ist erst 10:00 Uhr und daher noch kein Sonnenaufgang.
In Trondheim gibt's den einzigen Fahrradlift "sus rolig", um den Anstieg zu überwinden.
Hurtigrute
Hurtigruten oder Hurtigruta ist die übliche Bezeichnung für die traditionelle norwegische Postschifflinie, die seit 1893 die Orte der über 27'00 Kilometer langen norwegischen Westküste
verbindet. Während der beiden Weltkriege, bei denen vor allem der zweite mit der Besetzung Norwegens verheerende Folgen für die Gemeinden in Nordnorwegen hatte, war ein fahrplanmässiger
Postschiffverkehr weitgehend unmöglich. Dennoch waren Schiffe der Hurtigruten im Küstenverkehr und im Truppentransport eingesetzt; vereinzelt konnte auch der Liniendienst aufrechterhalten werden.
In der Zeit von 1940 bis 1945 sind auch die meisten Schiffsverluste und Havarien verzeichnet. Um weiterhin die teilweise überlebenswichtige Versorgung der Gemeinden im Norden aufrechtzuerhalten,
griffen die Reedereien, nachdem ihre Hurtigrutenschiffe entweder beschlagnahmt oder havariert waren, in den Jahren 1940 bis 1945 teilweise auf kleine Frachtschiffe und Fischkutter zurück, die als
Transportschiffe auf der Hurtigruten eingesetzt wurden.
Um 11:45 Uhr schiffen wir auf der MS Nordkapp ein. Unser Zimmer ist im 3. Stock ganz hinten links. Es hat Platz für ein Doppelbett und eine Dusche mit WC. Da es eine Aussenkabine ist, haben wir ein recht grosses Fenster. Und wir haben Vollpension. Das Frühstück beginnt um 7:00 Uhr. Es gibt reichliche Auswahl in Buffet-Form. Das Mittagessen beginnt um 12:00 Uhr, wieder ein reichhaltiges Buffet. Das Nachtessen wird serviert, ab 19:30 Uhr.
Nun heisst es warm anziehen. Die Fahrt in den Fjorden ist sehr spannend und frisch.
Nachdem das Schiff wieder ausläuft und sich noch keine Nordlichter ankündigen, gehen wir in unsere Kajüte schlafen. Da wir über dem Motorraum schlafen, verpassen wir keinen Hafen. Jedes manövrieren vibriert stark. So kann ich jedesmal aus dem Fenster schauen und die Landung beobachten. Es sind jeweils nur kurze Halts in Brønnøysund um 01:35 Uhr, in Sandnessjøen um 04:35 Uhr, in Nesna um 06:00 Uhr. Die Fahrt ist ein Abenteuer. Um 07:47 Uhr überqueren wir den Polarkreis. Den haben wir beide verschlafen.
Die Polarkreise sind zwei Breitenkreise rund um die Pole der Erde, die sich in der Nähe von Gebieten befinden, in denen man die Mitternachtssonne und die Polarnacht erleben kann. Der Polarkreis liegt etwas nördlich des 66. Breitengrads (offiziell bei 66° 33′ nördlicher Breite, fast 66° 34′ N) und verläuft in Norwegen durch die Provinz Nordland in Nordnorwegen. „Die meisten Menschen wissen nicht, dass sich der Polarkreis tatsächlich bewegt. Jedes Jahr verschiebt er sich um etwa 14 Meter“. Der Polarkreis bleibt als Breitenkreis auf der Karte aus praktischen Gründen an derselben Stelle eingezeichnet – in Wirklichkeit verändert sich seine Position jedoch mit der Zeit. Als das Arctic Circle Centre 1990 im Saltfjellet-Gebirge in Nordnorwegen erbaut wurde, nahm man an, dass der Polarkreis genau durch die Mitte des Gebäudes verläuft. Doch da er sich ständig verschiebt, liegt seine tatsächliche Position inzwischen weiter nördlich.
Der Polarkreis wird sich bis zu den Lofoten-Inseln bewegen, bevor er wieder nach Süden wandert. Es wird rund 40.000 Jahre dauern, bis er wieder durch die Mitte des Besucherzentrums verläuft.
Nach dem reichhaltigen Frühstück sind wir wieder rechtzeitig an Deck, um die Einfahrt im Hafen Ørnes um 10:00 Uhr miterleben zu dürfen.
Die Zeit vergeht wie im Fluge. Um 12:00 Uhr gibt es schon wieder Mittagessen. Wir müssen uns ein bisschen ranhalten, denn beim nächsten Halt in Bodø um 13:05 Uhr gehen wir von Bord, denn der Aufenthalt dauert bis 15:20 Uhr. Mit Sandra, unserer tollen Reiseleiterin spazieren wir durch Bodø. Überall sind die Hauseingänge oder mindestens 1 Fenster beleuchtet. Dies soll die Neu-Ankömmlinge herzlich willkommen heissen.
Der arktische Ort nördlich des Polarkreises gehört zu den grössten Städten Nordnorwegens. Im Jahr 2024 wurde Bodø zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt.
Das Stadtzentrum liegt in unmittelbarer Nähe des Hafens wie auch der Bahnhof.
Bis wir wieder zurück sind, dunkelt es schon wieder. Heute Abend ist bereits unser letztes Abendessen auf dem Schiff. Das Essen ist wirklich sehr lecker. Am Abend fällt es nicht so üppig aus, eher kleine Portionen.
Plötzlich während dem Nachtessen kommt die Durchsage: Über dem Schiff sind Nordlichter zu sehen. Vielen rennen davon, um dieses Spektakel mit zu erleben. Leider sieht man sie nur kurz und nicht von blossem Auge. Die Kamera erkennt sie.
Schon bald heisst es, Schiff verlassen. In Svolvaer steigen wir aus. Das Hotel Thon Lofoten ist gleich am Hafen. Wir checken im Hotel ein, stellen die Koffer ins Zimmer und dann gleich wieder raus. Sandra spaziert mit uns durch den wunderschönen Ort Svolvaer. Sie zeigt uns die grosse Brücke, das ehemalige Fischerdorf und erzählt uns von den Menschen.
Zum Schluss gibt es noch eine vom Silvester übrig gebliebene Sektflasche zum leeren. Da helfen wir doch gerne mit. Nun ist Bettzeit, denn Morgen müssen wir auch schon wieder um 7 Uhr zum Frühstück. Gute Nacht.
Nach dem Frühstück um 08.30 Uhr werden wir von einem Bus abgeholt. Er fährt mit uns durch Svolvaer, über die grosse Brücke zum Haus Svinoya Rorbuer. Dort erwartet uns ein Guide, der Deutsch spricht und viele Geschichten auf Lager hat, über die Kabeljau Fischerei von Früher. Er hat uns die Geschichten so lebhaft erzählt, dass man sich in diese Zeit zurück versetzt fühlte.
Während des Zweiten Weltkriegs besetzten deutsche Truppen die Lofoten, darunter auch Svolvær. Am 4. März 1941 fielen britische Einheiten in den besetzten Küstenstädten ein und siegten über die deutschen Besatzer. Ein Teil des Ortes wurde durch einen Brand zerstört.
Nach diesen tollen Geschichten müssen wir leider so langsam wieder in den Bus einsteigen, der uns in Richtung Flughafen Narvik bringt. Unterwegs gibt es nochmals einen Halt. Es fängt an zu schneien und bedeckt die Flächen mit einem weissen Kleid.
Am Flughafen hilft uns Sandra noch beim Einchecken an den Automaten. Nach der Sicherheitskontrolle verabschieden wir uns von ihr. Aber nicht ohne ein kleines Geschenk. Wir sammeln noch die letzten Kronen zusammen, stecken sie in Couvert und übergeben es ihr, mit grossem Dank und tosendem Applaus. Sie hat ihren Job super ausgeführt, mit viel Freude und Professionalität.
Nun heisst es warten, bis wir in den Flieger der Edelweiss einsteigen dürfen. Er hat nämlich Verspätung.
Auf dem Flughafen-Gelände dürfen wir nicht fotografieren, da es ein umgebauter Militär-Flugplatz ist.
Der Abflug verzögert sich auch nochmals, bis die Maschine enteist ist.
FAZIT:
Wir können diese Reise mit Kontiki wärmstens empfehlen. Wir hatten eine tolle Zeit mit der Gruppe. Sandra als Reiseleiterin war super. Sie stand uns jederzeit zur Unterstützung, für Auskünfte und Spaziergänge zur Verfügung. Da sie Schweizerin ist, aber schon 18 Jahre in Oslo wohnte, konnte sie uns viel erzählen über die Unterschiede zwischen der Schweiz und Norwegen.
Zum Beispiel essen die Norweger nie heiss. Die Gerichte werden immer nur warm serviert.
Das Bild ist eine Zusammenfassung unserer Reise, mit KI erstellt.
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Zum Abschluss unserer Ferien gibt's noch einen Spaziergang an der Reuss entlang.
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Wir treffen uns mit Tanja und Matthias in Luzern. Nun warten wir, bis es eindunkelt. Es sind wieder wunderschöne kreative Lichtinstallationen zu bewundern.